Die Beatmungsmaske
Die im Rahmen der ncpap- und insbesondere der IPPV-Therapie häufig verwendeten konfektionierten Nasenmaske haben oftmals eine Reihe von Mängeln, die eine suffiziente (Be)atmung der Patienten über Beatmungsmaschinen erschweren bzw. unmöglich machen. Dazu gehört zum Beispiel eine ungenügende Paßgenauigkeit, die zu Leckagen häufig im oberen Bereich der Maske führt. Dann sind nicht selten Bindehautreizungen die Folge.
Um in dieser Situation eine bessere Dichtigkeit zu erreichen, wird der Zug der Halteriemen erhöht. Dies wird einerseits vom Patienten als unangenehm empfunden, andererseits können schmerzhafte Druckstellen, besonders auf dem Nasenrücken, entstehen. Die Weichgummianteile sowie die vielen Nischen und Schmutzwinkel lassen nur eine begrenzte Reinigung und Desinfektion zu.
Konfektionierte Masken sind deutlich größer und erhöhen dadurch den Anteil rigider Elemente. Mit individuell gefertigten Masken gelingt es, viele der oben aufgeführten Mängel zu reduzieren oder gar auszuschalten. So wird zum Beispiel größtmögliche Dichtigkeit im unmittelbaren Nasenbereich erzielt, und zwar sowohl durch eine exakte Abformung des Nasenvorhofs - die Naseneingänge werden dann durch die Maske erweitert - als auch durch gezielte Wülste in der Maske um die Nase herum.
Bei so angefertigter und aufgesetzter Maske wird das vom Atemgerät erzeugte Volumen direkt durch die nun erweiterten Naseneingänge in Strömungsrichtung intranasal geleitet. Dies verursacht eine deutliche Druckabnahme innerhalb der Atemmaske. Sowohl höhere Beatmungsdrücke als auch höhere Flow-Werte lassen sich ohne Kompression der Nasenweichteile applizieren. Das sonst häufig beobachtete Abheben der Maske und die hiermit verbundenen Leckagen werden ebenfalls deutlich reduziert.
In vielen Fällen kann auf das lästige Anlegen des obligaten Kopfgeschirrs verzichtet werden, wenn die im Labor gefertigte Maske mit einer im Oberkiefer befestigten Schiene verbunden wird. Ist nur noch eine Restbezahnung vorhanden und deren Paradontium geschädigt, empfiehlt sich die Kombination zwischen Schienen und gummielastischen Haltebändern, wobei häufig das Anlegen nur eines Bandes genügend Halt für die Maske bietet.
Den Unterkieferzähnen entsprechende Einbisse der Oberkieferschiene sorgen einerseits bei geschlossenem Mund für stabile Bissverhältnisse, andererseits kann durch normales Zubeißen bei aufgesetzter Maske die Oberkieferschiene und die damit verbundene Maske optimal reponiert werden, falls diese sich während des Schlafs lockert. (Die Grafschafter Nasen-Mund-Maske
- Rager, Schönhofer et al. (Med. Klien. 89/1994).